Wirtschaftsrecht


 

Wer Richter, Staats- oder Rechtsanwalt werden will, ist hier falsch. Wirtschaftsjuristen sind Spezialisten für alle juristischen Fragen in Unternehmen. Ein juristisches Staatsexamen - die Voraussetzung um Richter oder Anwalt zu werden - erhalten sie dagegen nicht. Sie schließen traditionell mit einem Diplom ab, seit der Bologna-Reform immer häufiger mit einem Bachelor of Laws (LL.B.) oder einem Bachelor of Arts (B.A.). Einige Fernunis bieten mittlerweile auch einen Abschluss als Master of Laws an. Er richtet sich vor allem an Juristen, die zusätzlich wirtschaftliche Kenntnisse erwerben wollen. 

Anfang der 1990er Jahre wurde der Studiengang eingeführt, um Juristen gezielt für den Einsatz in Unternehmen oder bei Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften auszubilden. Die Daumenregel im Studium lautet: 50 Prozent juristische Inhalte, 25 Prozent Betriebswirtschaft und 25 Prozent Zusatzqualifikationen wie EDV und Sprachen. 

Weil es keine rechtlich verbindliche Rahmenordnung gibt, hängt die Ausgestaltung stark von der jeweiligen Fernuni ab. Im Regelfall dauert das Studium sieben Semester und kostet zwischen 11.000 und 15.000 Euro. In den ersten Semestern werden zunächst Basiskenntnisse vermittelt. Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Zivil- und Handelrecht stehen auf dem Stundenplan. Hinzu kommen spätestens ab dem zweiten Semester ergänzende Bausteine wie Sprachen, Kommunikation und Zeitmanagement. Während die betriebswirtschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Bestandteile meistens relativ stark vorgegeben sind, haben Studenten bei der Wahl dieser Zusatzbausteine mehr Freiheit. Spätestens ab dem sechsten Semester beginnt die Spezialisierung. Arbeits-, Steuer-, Bilanzierungs-, Vertriebs-, Umwelt- oder Wettbewerbsrecht sind einige mögliche Studienschwerpunkte. 

In Unternehmen sind die Wirtschaftsjuristen gerne gesehen. Sie bringen nicht nur betriebswirtschaftliche Kenntnisse mit, auch die juristische Ausbildung ist auf die Bedürfnisse der Firmen zugeschnitten. Statt Strafrecht büffeln die Wirtschaftsjuristen Wirtschafts- und Verwaltungsrecht. Die Arbeitsmarktchancen von Wirtschaftsjuristen sind deshalb im Regelfall besser als die klassischer Volljuristen. Das Studium an der Fernuni hat zusätzlich den Vorteil, dass die Studenten weiterhin im Beruf bleiben und so das im Studium erlernte gleich mit der Praxis verknüpfen können. Anwalt werden können Wirtschaftsjuristen zwar nicht, aber als Wirtschaftsprüfer, Steuer- oder Unternehmensberater können auch Wirtschaftsjuristen sich selbständig machen.